Mann-SEIN? Ja, Mann-SEIN. Dieses Thema bewegt mich nun schon einige Jahre und mittlerweile ist es mir wichtig geworden UND ich bin auch noch auf dem Weg.

Meine Geschichte

Irgendwann tauchte in meinem Kopf die Frage auf:
Wie muss ein Mann sein? – Geht das FÜR MICH auch, wenn mich Fußball nicht mehr so interessiert und ich mittlerweile keinen Alkohol mehr trinke? Darf ich weich, verständnisvoll, hilfsbereit, … sein? Was muss ich tun, um ein Mann zu sein? Kann ich das alleine und wenn nicht, wer kann mir helfen? Bin ich schon ein richtiger Mann? Nicht nur anatomisch, sondern auch … – ja, wie geht der Satz weiter? – in Bezug auf mein Verhalten, mein Denken, mein Tun, meine Einstellungen und Haltungen, mein Fühlen, … Und: Will ich das wirklich? Was ist, wenn mir nicht gefällt, was aus mir wird oder was ich da tun muss?

Bei Frau bin ich sicher

Bisher war es einfach für mich: Männer sind mit Vorsicht zu genießen. Ich sage besser nicht alles und zeige auch nur das, was vermutlich für okay gehalten wird. Bei Frauen dagegen habe ich mich so gut wie immer sicher gefühlt. Ich hatte wohl unbewusst gespürt, dass ich nicht (oder zumindest weniger) bewertet und beurteilt werde, dass ich eher so sein konnte, wie ich bin und dass ich mich nicht mit ihnen vergleichen konnte – es sind ja auch Frauen und keine Männer.
UND ich habe später gemerkt: Hier komme ich nicht weiter! Es fehlt mir etwas. Ich „bekomme“ nicht das, was ich auch brauche, ohne selbst zu wissen, was das genau war.

In der Höhle der Löwen

Ich habe von Männerseminaren gehört und konnte mich nicht dazu bewegen, eines zu besuchen. Langsam habe ich auf vielen PaarSeminaren eine Ahnung davon bekommen, dass der Weg zu meinem Mann-SEIN über andere Männer führt!
Unter Männern habe ich mich meist als (kleiner) Junge, nicht auf Augenhöhe, weniger Erfahrung habend … und auch fehl am Platz gefühlt. Ich dachte: „Was habe ich schon zu sagen?“ – Das waren noch die alten Gedanken von Vergleichen, Härte (zu mir selbst und nach außen), Wettbewerb und Wettkampf.

Männerumarmungen

Langsam konnte ich dann wahrnehmen, dass eine echte, tiefe, mehr als drei Sekunden dauernde Umarmung mit einem Mann eine ganz andere Qualität, Kraft und Energie hat als mit einer Frau. Eine Männer-Umarmung ist nicht besser, sie ist anders! Ich konnte auch den Austausch unter Männern immer mehr genießen und als wertvoll empfinden. Allmählich schätzte ich diese Nähe zu Männern immer mehr und konnte fühlen, dass da eine Verbindung ist, dass da etwas zwischen uns fließt, dass ich da etwas geben und bekommen kann, was mir bisher fehlte.

Männerbegegnungen

Allmählich dämmerte mir: Mein Weg zum Mann führt über andere Männer. – Uaaahh! Genau das wollte ich doch vermeiden! Mich Männern auszusetzen. Und jetzt soll das der Weg sein? – Ja, im tiefsten Inneren wusste ich das.
Immer wieder suchte ich nach Männerseminaren und ging mit keinem in Resonanz. Deshalb ging ich ersteinmal immer bewusster und aufmerksamer in Begegnungen mit Mänern hinein: Wer bzw. was an meinem Gegenüber empfinde ich als echt, was wirkt auf mich aufgesetzt oder gespielt, wie eine Rolle, wie „Überlebensverhalten“? UND: Wie bin ICH? Versuche ich Erwartungen zu erfüllen? Kräftig, mittel oder leicht umarmen? Sage ich Worte, die unverfänglich sind oder das, was gerade in mir ist? UND: Was fühle ich wie in den Begegnungen? Spüre ich Unterschiede? …
Ich bemerkte: Etwas in mir verändert sich, ich werde entspannter mit Männern und mit mir, ich erlaube mir immer mehr, so zu sein wie ich bin, als MANN.

Wie werde ich der Mann, der ich sein will

Könnte es sein, dass ich als Mann so sein darf, wie ich als Mann sein will? Könnte es sein, dass keine Vorgaben, keine gesellschaftlichen „Normen“, geschweige denn Klischees „verwirklicht oder umgesetzt“ werden müssen? Könnte es „so einfach“ sein? – EINFACH? – Einfach ist die Frage für mich immer noch nicht: Wie will ich als Mann sein? Ehrlich gesagt ist sie mir auch zu kopflastig! Ich bin eher intuitiv und aus dem Bauch heraus. Ich probiere gerne aus. – Ja, das bringt mich immer wieder an meine Grenzen und ich denke mir auch „Warum hast du vorher nicht überlegt?“

Mann werden

Offensichtlich muss oder will ich spüren und fühlen, was mein SoSein, mein Verhalten mit mir macht und wie andere darauf reagieren. Auf diesem Weg ist mir bei einer Trommelreise der SCHWARZE PANTHER als Krafttier begegnet. Er wurde immer mehr zu dem Bild für mich, wie ich als Mann sein möchte.

Mann sein

Meine Neugier war jetzt endgültig geweckt und ich habe das ein oder andere Buch dazu gelesen, wo ich mir auch erlaube, genau zu prüfen, was davon zu mir passt, was ich ablehne, was ich in mir und mit anderen Menschen bewege, abwandle und, wenn es stimmig ist, integriere. Dabei bin stark in Resonanz mit den männlichen Archetypen nach C.G.Jung gegangen: König, Krieger (mir gefällt Ritter oder Samurai besser), Magier, Liebhaber. Diese Bilder helfen mir recht leicht, verschiedene Anteile in mir zu sehen, zu suchen, zu finden, mich an sie zu erinnern – UND sie zu leben.

Meine SchattenThemen – da geht es lang

Dabei komme ich immer wieder in Kontakt mit den ungeheilten Anteilen dieser Archetypen. Wie habe ich so schön gelesen: Es ist nicht die Frage, ob man diese Anteile in sich hat, sondern wie bewusst man sich dieser Anteile ist! – Erschreckend! – Mittlerweile etwas weniger. Ich lebe noch! UND: Die Schatten zeigen mir den Weg! Wenn ich sie wahrnehme, machen sie mich darauf aufmerksam: Hier folgst du noch Automatismen, Mustern, handelst im Autopiloten, reagierst auf alte Verletzungen, … Ja, das fordert mich heraus, stellt mich in Frage, „zwingt“ mich, mich zu reflektieren und mich, mein Verhalten, meine Gefühle und das was darunter liegt ins Bewusstsein zu holen.

Ein Beispiel

Wie geht es weiter

Mittlerweile ist mir klar, auch wenn es schwierig und oft auch unangenehme ist, dass es notwendig ist, durch den Schmerz der SchattenThemen zu gehen, um der Mann meines Lebens zu werden bzw. immer mehr zu sein. Ich will auf meinem Weg bleiben. Ich erlaube mir auch Sackgassen und Umwege (sie erhöhen bekanntlich die Ortskenntnis).
Ein Männerseminar habe ich als Teilnehmer bis jetzt immer noch nicht besucht. Dafür durfte ich Co-Leitung sein. Es hat mich sehr erfüllt und viel in mir bewegt und ich bewundere die Männer, die als Teilnehmer mit dabei waren. Ich konnte wahrnehmen, was ihre Öffnung für sich und ihr MannSein in ihnen bewegt hat. – Spektakulär. Ich gehe auch meinen Weg. Auch spektakulär. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Es hört nie auf. – Uaaaahh. – Hmmmm! – Yeahhhh!